Männerbibliothek
Oder Handbuch aller Kenntnisse, welche der Mann in jedem Alter, in jedem Stande und Verhältnisse in Beziehung auf das Geschäft, im gesellschaftlichen wie im häuslichen Leben, als Erzieher seiner Kinder und überhaupt bei allen vorkommenden Fällen und Ereignissen des Lebens zu wissen nöthig hat
Unter Mitwirkung von Männern vom Fache herausgegeben von Gelehrten und Schriftstellern
14 Bände
Berlin; Lewent 1838-1841
Sprache
- deutsch
Einheitssachtitel
Bandeinteilung
Bd. 1. A - Bernstein. 1838
Bd. 2. Bernstein - 1838
Bd. 3. Cabale - Dünger. 1838
Bd. 4. Eagle - Färbekunst. 1838
Bd. 5. Fahrposten - Futteralmacher. 1839
Bd. 6. Gähnen - Gewehr. 1839
Bd. 7. Gewerbe - Hülsenfrüchte. 1839
Bd. 8. Huhn - Landesverweisung. 1840
Bd. 9. Landgut - Nuß. 1840
Bd. 10. Nußbaumholz - Proceß. 1840
Bd. 11. Procession - Schenkungen. 1841
Bd. 12. Scheune - Sympathische Tinten. 1841
Bd. 13. Taback - Weber. 1841
Bd. 14. Wechsel - Zunftwesen. 1841
Vorrede. Vorwort
Vorrede
Ob und in wie fern wir das geleistet was der Titel der Männer-Bibliothek besagt und worüber wir uns im Vorworte der deutlicher ausgesprochen, überlassen wir dem nachsichtsvollen Urtheile des Publikums, das aus diesem ersten Bande zugleich die Grenzen des Gebiets, über welches die Männerbibliothek sich verbreitet, den Gesichtspunkt von welchem aus sie betrachtet und die Form, in welcher die Gegenstände abgefaßt werden, näher erkennen wird. Die Theilnahme, die mit dem Erscheinen jeder einzelnen Lieferung im Publikum zunahm, diente der Redaction so wie den Mitarbeitern zur Ermunterung, das Begonnene mit Kraft, Anstrengung und mit Berücksichtigung der neuesten und besten Quellen fortzusetzen. Der Tendenz der Männerbibliothek ausgeschlossen blieb zunächst Alles was nicht unmittelbar ins Leben eingreift und worüber man sich hinlänglich aus dem Conversations-Lexikon belehren kann; wir hoffen daß ihr dies nicht zum Nachtheile gereichen werde, da es uns auf diesem Wege allein möglich wurde diejenigen Gegenstände in größerer Ausdehnung zu geben, die von gemeinnützigem Interesse sind. Artikel, die nur einem Theile ihres Umfanges nach in das Gebiet der Männerbibliothek gehören, wie z. B. alles Chemische und Naturhistorische, konnten daher nicht in ihrer ganzen Erschöpfung abgehandelt werden und wenn auch der Mann vom Fache hierin nichts Neues finden wird, so wird doch das größere Publikum sich auch hierin gehörig belehren können. Von unserer Tendenz blieb ferner Alles das ausgeschlossen, was besondern Bezug auf das weibliche Geschlecht hat und was wir schon hinreichend durch den Titel des Werkes: Männer-Bibliothek angedeutet haben. Im Allgemeinen aber haben wir, so weit es möglich war, alles das berücksichtigt was ausschließlich den Juristen, den Kaufmann, Geschäftsmann, Künstler und Handwerker als solchen interessirt, doch überall auch alles das aus diesen Fächern, was davon ins Leben jedes Einzelnen eingreifen kann, herausgehoben und behandelt. Bei den juristischen Artikeln wird es hoffentlich unsern Lesern eben so erwünscht als angenehm sein, daß wir bei vielen derselben neben dem preußischen Rechte auch das sächsische und österreichische Recht betrachtet haben, wodurch wir diese Artikel auch den Bewohnern anderer deutschen Staaten nützlich machten. Was die Pflanzenkunde anbetrifft, so haben wir uns nur auf ganz allgemeine Artikel beschränkt und verweisen unsere Leser in Bezug auf dieses Object auf besondere Schriften über diesen Gegenstand, von welchen wir vorzugsweise das vortreffliche Hauslexicon erwähnen.
Berlin, im Oktober 1877.
L. C. Weyl, Redakteur.
Vorwort.
Bei der ersten Lieferung der Männer-Bibliothek, die wir hiermit dem Publikum übergeben, scheint es uns dem Zwecke angemessen, einige Bemerkungen über Stoff und Inhalt dieses Werks vorauszuschicken.
Die Theilnahme, welche bereits bei der Ankündigung diesem Werke im deutschen Publikum zu Theil geworden, und wodurch die Zahl der Subscribenten zu einer höchst bedeutenden heranwuchs, beweist hinlänglich, daß das Erscheinen desselben ein nothwendiges Bedürfniß unserer Zeit gewesen, denn es fehlte noch immer an einem Werke, das alle die Kenntnisse auf eine allgemein verständliche Art enthielte, die der Mann, in welchem Berufe er sich auch befindet, wissen muß. Es ist ein Fortschritt unserer Zeit, dass jetzt mehr als früher von jedem Stande und in jedem Verhältnisse Kenntnisse verlangt werden, die nicht allein dem betreffenden Stande und seinen Verhältnissen angehören, sondern zur allgemeinen Bildung erforderlich sind.
Allein bei einem Werke, welches das gesammte practische Wissen in lexicalischer Ordnung in sich faßt, und also für jeden Stand berechnet ist, wird jeder Billigdenkende zugeben, daß das Werk mangelhaft und unvollständig sein würde, wenn jeder Artikel desselben Allen von gleichem Interesse wäre. In diesem Falle hätten wir ein recht unterhaltendes Lesebuch aber kein Lehrbuch, das, wie ist die Tendenz der Männer-Bibliothek erfordert, bei jedem vorkommenden Falle zum Nachschlagen dienen soll, dem Publicum übergeben können.
So wie aber jeder einzelne Mensch in seinem Berufe ein Glied der großen Kette – der menschlichen Gesellschaft – bildet, ebenso sind auch die Wissenschaften eng unter sich verbunden, und kein Stand kann behaupten, daß er absolut dastehe und daher die in sein Fach einschlagenden Kenntnisse allein ihm schon genügen. Vielmehr muss jeder Mensch, so viel in seinen Kräften liegt, sich bestreben, auch diejenigen sich anzueignen, die nicht ausschließlich seinem Stande angehören, und in diesem Sinne genommen wird jeder Leser aus jedem Artikel der Männer-Bibliothek etwas lernen können.
Streng an diese Grundsätze haben wir uns bei der Ausarbeitung der Männer-Bibliothek gehalten, und so umfaßt sie denn die praktische Seite des Lebens, wie das Conversations-Lexikon die theoretische. Damit aber hat das Publicum nicht mehr und nicht weniger von diesem Werke erwarte, als wir zu geben beabsichtigen, wiederholen wir die im Prospekt bereits aufgeführten Objecte, die in der Männer-Bibliothek in lexikalischer Ordnung abgehandelt werden.
1) Das Geschäftsleben in allen seinen Beziehungen.
2) Eine genaue Lehre der Waaren und deren Bezugsquellen.
3) Erklärung aller im juristischen, wie im Geschäftsleben vorkommenden fremden Ausdrücke.
4) Genaue Darstellung der Rechtsverhältnisse in allen möglichen Fällen.
5) Anweisung zum Briefstyl in Geschäfts- und Freundschafts-Verhältnissen, durch Schemas und Beispiele erörtert.
6) Mittheilungen über wichtige Städte, deren Handel und Gewerbe betreffend.
7) Geschichtliche Darstellung sämmtlicher Gewerbe, von ihrem Entstehen an, mit ihren Fortschritten bis zum heutigen Tage, so wie genaue Beschreibung derselben.
8) Anweisung wie der Mann sich im häuslichen und gesellschaftlichen Leben zu benehmen hat.
„Grau, theurer Freund, ist alle Theorie, doch grün des Lebens goldener Baum.“ Diese Worte: Göthe‘s werden unsere Richtschnur sein, und so werden wir dann alles Abstracte, alle Theorien aus diesem Werke verbannen, um die Praxis, „des Lebens goldenen Baum“ nie aus den Augen zu verlieren.
Indem wir versichert sind, daß bei einer solchen Tendenz ein Jeder, von der Hütte bis zum Pallast, der eine mehr, der andere weniger, in diesem Werke Belehrung finden werde, gehen wir mit dem Wunsche, daß es uns gelingen möge, die Männer-Bibliothek nach den ausgesprochenen Grundsätzen zu gestalten, zu unserm Vorhaben über.
Berlin, im Juli 1837.
Die Redaction.
