Enzyklothek
Cover für Johann Hübners reales Staats-Zeitungs- und Conversations-Lexicon

Sinold von Schütz, Philipp Balthasar

Johann Hübners reales Staats-Zeitungs- und Conversations-Lexicon

Darinn so wohl die Religionen, die Reiche und Staaten, Meere, Seen, Inseln, Flüsse, Städte, Festungen, Schlösser, Häfen, Berge, Vorgebirge, Pässe und Wälder, Ritterorden, Wapen, gelehrte Societäten, Gerichte, Civil- und Militärchargen zu Wasser und zu Lande, die zur Kriegsbaukunst, Artillerie, Feldlägern, Schlachtordnungen, Belagerungen, Schifffahrten, Unterschied der Schiffe und der dazu gehörigen Sachen gebräuchliche Benennungen; Als auch andere in Zeitungen und täglichem Umgang vorkommende, ingleichen juristische und Kunstwörter beschrieben werden
Nebst acht Kupfertafeln
Leipzig; Gleditsch 1782

Sprache

  • deutsch

Schlagworte

Paralleltitel

  • Johann Hübners reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon
  • Neu-Vermehrtes und verbessertes Reales Staats-, Zeitungs- und Conversations-Lexicon
  • De staats- en koeranten-tolk
  • De nieuwe, vermeerderde en verbeterde kouranten-tolk

Vorreden.

Vorrede und Einleitung zu dem Gebrauche des Buchs.
Als bey dem Anfange und dem Fortgange dieses Jahrhunderts die historischen und politischen Wissenschaften bey uns Deutschen mehr als sonst getrieben zu werden anfiengen, und es in der gelehrten Welt Mode ward, daß man von allen Wissenschaften Lexica schrieb, so ist auch dieses Buch in Deutschland bekannt geworden. Es scheint fast, daß man den ersten Einfall von einer dergleichen Arbeit dem bekannten Schulrector in Zittau Christian Weisen zuzuschreiben habe. Otto Menke, Adam Rechenberg, Frankenstein und andere hatten die akademische Jugend hier in Leipzig auf den Geschmack der historischpolitischen Wissenschaften gesetzt. Christian Weise schrieb daher auch eine Dissertation, de usu Novellarum, woraus nachgehends eine kleine Schrift erwachsen, welche ein anderer bekannter Schulrector Christian Junker unter Weisens Namen 1702 zu Leipzig in 12 auflegen ließ. Man fand darinn gedachte Dissertation in das Deutsche übersetzt, eine kurze Genealogie der damals lebenden Häuser in Europa, den Kern der Historie von 1666 bis 1702, und endlich ein kleines Zeitungslexicon, in welchem die in den Zeitungen vorkommende Wörter kurz erklärt, und die lateinische Benennung beygefügt war. Als nachgehends der sowohl durch seine erbauliche Schriften unter dem Namen Amadei Creuzbergs, als auch durch die politischen Werke, die unter dem Namen Ludwig Ernst von Faramond herausgekommen, berühmte Sinold von Schütz, in Leipzig nicht nur die europäische Fama, sondern auch andere politische Schriften mit großem Beyfall verfertigte, so trug er mehrere bey Gelegenheit der einlaufenden in dem täglichen Umgange vorkommende Wörter zusammen, brachte sie in eine richtige alphabetische Ordnung, und lieferte 1704 die erste Ausgabe dieses Buchs. Es fand selbiges bey allen vernünftigen und unparteyischen Leuten so gleich, Beyfall, und der sel. Herr Verleger, welcher nie keine Unkosten gespart, gute Schriften noch brauchbarer darzulegen, wendete allen Fleiß an, die folgenden Auflagen immer mehr verbessern zu lassen. Man kann mit Grund der Wahrheit sagen, daß viele gelehrte und vornehme Leute von allen dreyen im Heiligen römischen Reiche üblichen Religionen gleichsam um die Wette geeifert, wer das Meiste zu Vermehrung und Ausbesserung eines so nützlichen Buchs beytragen möchte. Es hatte also nicht nur bey allen Religionsverwandten fast gleiche Liebe gefunden, sondern es wuchs auch durch die vielen eingelaufenen Memorialien und Ausbesserungen endlich diese Schrift dermaßen an, daß aus einem kleinen mäßigen Octavbande ein Buch zu Stande kam, darinn viele tausend Artikel befindlich sind. Weil der Name und das Ansehen des ehemaligen Rectors in Hamburg Johann Hübners um diese Zeit sehr groß war, so geschah es, daß man, um die Aufnahme dieses Buchs desto besser zu befördern, selbiges durch gedachten Herrn Hübner fünf Mal von Merseburg, und nachgehends noch verschiedene Mal von Hamburg aus mit einer Vorrede begleiten ließ. Dadurch kam es dahin, daß man so gar die Verfertigung und Verbesserung dieses Buchs ihm allein zuschrieb, und daß es gemeiniglich unter dem Namen des hübnerischen Staats- und Zeitungslexici angeführt wird. Allein obgleich Herr Hübner hin und wieder etwas dazu beygetragen, so ist doch, wie wir nur angeführt, sowohl die erste Einrichtung, als auch die nachmalige Besorgung der folgenden Auflagen eigentlich nicht dieses Mannes Werk.
Bis hierher habe ich, so zu reden, gleichsam den Geburtsort, die Väter und Hebammen, die Kindheit und das männliche Alter dieses Buchs angezeigt. Es würde mir etwas Leichtes seyn, auch verschiedene Fatalitäten und andere Umstände, so selbigem begegnet, beyzubringen, sonderlich wie man selbiges seinem Pflegevater, dem ersten und rechtmäßigen Verleger entzogen u. s. w.; allein ich erachte verschiedener Ursachen wegen nicht für nöthig alles anzuführen, indem die Umstände davon gar vielen, und besonders den Herren Buchhändlern in Deutschland sattsam bekannt sind. Weit rühmlicher ist für diese Schrift, daß sie seit ihrem Ursprung vielen Nutzen geschafft hat. Es ist wahr, sie ist zu einer solchen Zeit jung geworden, da die Lexica fast für eine Seuche in der gelehrten Welt gehalten werden wollten: Allein wie Lexica überhaupt zu verwerfen unvernünftig seyn würde, so benimmt auch der nur angeführte Umstand der Güte des Buchs ganz und gar nichts, und die Einwürfe, die einige dießfalls gemacht, haben nicht viel zu bedeuten. Ferner leugne ich keineswegs, daß von denjenigen, welchen nach und nach die Fortsetzung dieses Buchs anvertraut worden, nicht überall gleiche Sorgfalt angewendet worden, und daß es auch jetzt noch vielen Mängeln und Fehlern unterworfen ist. Welch menschliches Buch kann sich einer Vollkommenheit rühmen? und so lange die Schriftsteller nicht allwissend sind, so lange wird man auch an ihren Werken auszubessern haben, sonderlich da Schriften von solcher Art der Veränderung täglich unterworfen sind. Aber auch dieser Umstand kann den Werth eines sonst brauchbaren Buchs nicht völlig aufheben.
Um aber den wahren Gebrauch und Nutzen einer Schrift recht zu beurtheilen, muß man sonderlich auf die Absicht und Einrichtung derselben gar genau sein Augenmerk richten. Herr Hübner hat in seiner Vorrede beydes gar deutlich gezeigt, daher wir auch daraus so viel, als hierher gehört, noch beybehalten.
1. Das sogenannte reale Staats - Zeitungs- und Conversationslexicon ist fünf Mal nach einander aufgelegt worden; nemlich 1704 zum ersten; 1706 zum andern; 1708 zum dritten; 1709 zum vierten, und 1711 zum fünften Mal.
2. Alle diese fünf Ausgaben habe ich von Merseburg aus mit einer Vorrede begleitet, damit dieses werthe Buch unter Wegs alle Mal gleichsam einen guten Bekannten bey sich hätte, der ihm nicht allein da und dort Adresse machen, sondern auch zugleich die darüber gefällten Urtheile gescheuter Leute, zu dessen Verbesserung, sorgfältig beobachten möchte.
3. Wir haben hierauf innerhalb 8 Jahren eine ziemliche Tour durch die Welt mit einander gethan; sind auch von viel tausend Liebhabern der politischen Wissenschaften gar gütig empfangen worden; ausgenommen an einem Orte, da wir einen etwas unfreundlichen Wirth angetroffen, aber demselben auch für sein Tractament mit gleicher Münze bezahlt haben.
4. Da es nun jetzt an dem ist, daß die sechste Auflage dieses Buchs in diesem 1713. Jahr in die Welt ausfliegen soll, so habe ich kein Bedenken getragen, demselben auch von Hamburg aus eine neue Recommendation unter meinem Namen mit auf den Weg zu geben, nachdem ich seit meinem Hierseyn genugsam bin versichert worden, daß dieses nützliche Buch nicht nur in Deutschland, sondern auch in den nordischen Königreichen gar vielen Beyfall gefunden hat. Bevor ich aber den Liebhabern, von dergleichen Schriften Nachricht gebe, was diese sechste Auflage für den vorigen Ausgaben voraus hat, so muß ich nochmals wiederholen, was ich in den vorigen Präfationen von dem eigentlichen Ursprung und wahren Endzweck dieses Buchs geschrieben habe.
5. Ist dieses Werk eigentlich curiösen Leuten zu Gefallen angelegt worden, welche die sogenannten Zeitungen oder Nouvellen mit Verstand lesen wollen; und deswegen heißt es ein Zeitungslexicon.
6. Weil nun in solchen Zeitungen nichts anders enthalten ist, als eine brühwarme Nachricht von dem allerneuesten Zustande der vornehmsten Staaten oder Republiken in der Welt: So ist es zugleich ein Staats- und Zeitungslexicon titulirt worden,
7. Weil ferner in diesem Buche keine Kathedergelehrsamkeit, sondern nur allerhand zum täglichen politischen Umgang mit gescheuten Leuten unentbehrliche Stücke der galanten Gelehrsamkeit enthalten sind; so kann man es wohl mit allem Recht ein Staats- Zeitungs- und Conversationslexicon nennen.
8. Und weil endlich die Wörter in diesem Lexico nicht verbaliter oder grammatice, sondern vielmehr realiter sind erklärt worden; so ist endlich der vierfache Titel eines realen Staats- Zeitungs- und Conversationslexici daraus entstanden.
9. Solchergestalt muß man nun hauptsächlich keine Schulvocabula oder Phrases darinn suchen, denn es ist keine Sylva, Medulla, oder Aurifodina, oder Sprach-, sondern ein reales Lexicon.
10. Demnach muß man keine Distinctiones Scholasticas oder andere tiefgelehrte. Dinge darinn nachschlagen, denn es ist kein philosophisches, sondern ein Staatslexicon.
11. Ferner muß man nicht auf die Gedanken gerathen, als wenn man alles darinn finden würde, was sich von Anbeginn der Welt zugetragen hat, denn es ist kein historisches Universal-, sondern nur ein Zeitungslexicon.
12. Und endlich muß niemand fordern, daß ganze Disciplinen und Wissenschaften darinn abgehandelt seyn sollen, denn es ist kein Systema Pansophicum, oder Dictionaire Encyclopédique, sondern nur ein Conversationslexicon.
13. Doch man wird nun vielleicht auch wissen wollen, woraus denn so viele tausend Wörter, die in diesem Lexico stehen, sind hergenommen worden? Und da kann ich überhaupt nichts anders antworten, als daß sie aus allerhand Wissenschaften entlehnt sind, die bisher von der curiösen Welt sind getrieben worden.
14. Jedoch darf niemand denken, als wenn alle solche Disciplinen wären erschöpft worden, weil man solchergestalt die Grenzen eines Zeitungslexici gar weit würde überschritten haben; sondern man hat aus mancher Wissenschaft viele, aus mancher weniger Wörter entlehnt, nachdem dieselbe viel oder wenig zum Verstande der Zeitungen und heutiger Staatsgespräche beytragen.
15. Hieraus wird nun ein jeder unparteyischer Leser leicht ermessen können, was man sich von diesem Buche zu versprechen habe, und was man hingegen davon durchaus nicht fordern kann. Daher um so viel mehr die Hoffnung entsteht, daß es ins künftige mit ganz unverdienten und also ganz unbilligen Censuren werde verschont werden. Geschrieben in Hamburg an Ostern 1713.
Johann Hübner, Rector zu St. Johannis in Hamburg.
Vorbericht zu dieser neuen Auflage.
Da die Reiche, und selbst der moralische Geschmack der Menschen, grosse Veränderungen seit einiger Zeit erlitten haben, so haben auch die mehresten Artickel in diesem Wörterbuche umgearbeitet, verbessert, und so gar einige völlig weggestrichen werden müssen, um es gegenwärtiger Verfassung gemäß einzurichten. Man kann also behaupten, daß es in einer neuen und veränderten Gestalt erscheine, und es wird demselbigen zu desto grösserer Empfehlung dienen, wenn das geehrte Publikum nicht gänzlich unzufrieden mit den darauf verwendeten Bemühungen seyn wird. Uns dünkt es übrigens eine vergebliche Beschäftigung zu seyn, insbesondere einige Artikel zu nennen, mit welchen man eine Veränderung vorgenommen hat; weil der Augenschein den geneigten Leser hiervon zur Gnüge versichern wird. Aber dieses kann nicht mit Stilschweigen übergangen werden, daß die Reiche in Süd- und Nordamerika, nebst einigen in Asien, grosse Verbesserungen und beträchtliche Zusätze erhalten haben. Es ist dieses in keiner andern Absicht geschehen, als die rühmliche Wißbegierde, eine genauere Kenntniß von diesen Staaten und den Besitzungen der Engländer und Franzosen darinn zu erlangen, einigermassen zu befriedigen, zumal da man sich um diese Geschichte in unsern Tagen zu bekümmern Ursache hat, und auch vorzügliche Aufmerksamkeit darauf zu verwenden scheint. Alles aber, zumal was in dem neuesten Kriege sich darinn ereignet, hat nicht können angebracht werden, weil schon der größte Theil des Buchs abgedruckt war; und Zusätze anzuhängen dünkte uns um vieler Ursachen willen, die wir anzuführen uns nicht für verbunden achten, nicht schicklich zu seyn. Es wird uns auch dieses nicht zur Last gelegt werden, wenn wir sie sorgfältig verschweigen, indem wir versichert zu seyn glauben, daß sie von weniger Erheblichkeit, das ist, ganz und gar nicht interessant vor das geneigte Publikum sind.
Nöthiger aber scheint es zu seyn, Rechenschaft zu geben, warum manche Artikel, die in dem vorigen Wörterbuche gestanden, hier entweder keinen Platz gefunden, oder wenigstens zu Anweiseartickeln gemacht worden sind. Von den erstern müssen wir sagen, daß sie deswegen weggeblieben sind, weil sie hierher nicht gehören, z. E. Paroxysmus, &c. von den andern hingegen, wo Anweiseartickel zu finden, ist zu erinnern, daß sie deshalb eine Veränderung haben erleiden müssen, weil sie bereits vollständig und gründlich in dem Natur- und Handlungslexicon, welches der zweyte Theil dieses Buchs ist, abgehandelt worden sind, und man billig aus Hochachtung gegen das ehrwürdige Publikum Bedenken getragen hat, einerley Sache in zwey Bücher, die zusammen gehören, und ein vollständiges Ganzes ausmachen, zwey Mal zu sagen. Vielmehr ist man darauf bedacht gewesen, sorgfältig eine solche Unbequemlichkeit zu vermeiden, und den dadurch leergewordenen Platz gut zu nutzen. Denn es haben nicht nur neue Artikel diese Stelle eingenommen, sondern es sind auch manche, sonderlich von Reichen und Städten, die vorzügliche Aufmerksamkeit verdienen, weitläufiger abgehandelt worden. Demohngeachtet hat doch nicht alles gesagt werden können, welches man vielleicht mit Recht verlangen könnte. Wir bitten aber wohl zu bedenken, daß solchergestalt dieses Buch einstheils kein Handbuch geblieben seyn würde, und daß anderntheils, wenn etwas Wichtiges weggelassen seyn sollte, dieses aus menschlicher Schwachheit geschehen sey, die bey einer so grossen Menge von Sachen, und leicht zu solchen Fehlern zu verleiten fähig ist, die man doch zu vermeiden, sich sorgfältig vorgenommen hatte. Wir haben selbst etliche bemerkt, und es verbindet uns die Aufrichtigkeit, einige davon, da es zu spät war, sie zu ändern, anzuzeigen. Z. E. Seite 296 Belinzone, Bellenz, kleine Stadt im mayländischen Gebiet ward den 10 Sept. 1781 durch ein Erdbeben ganz und gar zu Grunde gerichtet. Seite 316 Berlin &c. Im Dec. 1781 feyerte das friedrichwerderische Gymnasium sein hundertjähriges Jubiläum. Seite 501 Carlstadt oder Carlovetz, in Croatien, ward 1781 zu einer königl. und freyen Stadt erklärt. Seite 1489 Mansfeld. Der Pastor an der Hauptkirche war Generalsuperintendent der ganzen Grafschaft. Seite 1530 Maynz. Die Karthause ist daselbst eingezogen worden. Seite 2013 Rastadi, Rachstadt, &c. Den 5 Sept. 1781 ist diese Stadt durch eine heftige Feuersbrunst, die ein Gewitterstrahl verursacht hatte, gänzlich in die Asche gelegt worden. St. Eustache, &c. In eben diesem 1781 Jahre nahmen ihnen die Franzosen selbige wieder ab. Seite 2485 Stutgard &c. Im Jahr 1781 ward die daselbft 1761 gestiftete Akademie der Maler- Bildhauer- und Baukunst von Sr. röm. kaiserl. Maj. zu einer Universität oder hohen Schule erhoben, und ihr alle damit verbundene Vorrechte und Freyheiten ertheilt. Andere weniger beträchtliche Zusätze, die uns aufgestossen sind, lassen wir um so lieber unberührt; jemehr wir gewiß zu seyn glauben, daß kein Buch in der Welt so vollkommen sey, und eine solche Vollkommenheit erhalten sollte, als nöthig wäre. Mit was für Grunde könnte man sich bey der eingeschränkten Erkenntniß, welche Menschen besitzen, schmeicheln, daß bey der Umarbeitung dieses Buchs nicht auch manche, und vielleicht viele Unvollkommenheiten mit eingeschlichen seyn sollten?
Doch könnte es bey einer genauen Durchblätterung das Ansehen gewinnen, als ob füglich noch manche Artikel hätten weggestrichen werden sollen, und man also beschuldigt werden könnte, zu viel und etwas Ueberflüßiges gethan zu haben. So bereitwillig man ist, diese Beschuldigung anzuhören, so hoft man doch hier einige, und vielleicht nicht gänzlich verwerfliche Entschuldigungen vorbringen zu dürfen. Wir haben es selbst gefühlt, daß einige Wörter aus fremden Sprachen, die wider die Reinigkeit unsrer deutschen Mundart sind, um deren Verbesserung man sich jetzt mehr als sonst Mühe zu geben pflegt, hier noch angetroffen werden. Wir wissen, daß einige davon in Gesellschaften eben das Schicksal erfahren haben, das abgesetzten Münzen begegnet. Inzwischen haben wir aber doch Bedenken getragen, sie ganz zu verdrängen, da sie noch bisweilen vorkommen, und manchem unverständlich sind. Sie nehmen auch keinen grossen Raum ein, und weil man sie nicht durchgängig mit andern bequemen und gleichbedeutenden Ausdrücken verwechseln kann, so haben sie noch ihren Platz behauptet.
Wir ersuchen daher unsre Leser, uns dieses zu Gute zu halten, und wir thun das heilige Versprechen, daß wir den Verbesserern der deutschen Sprache, die gern alle fremde Wörter ausmerzen wollen, ihre ausländischen Ausdrücke, die sie nationalisirt haben, als Lecture, Magazine, Biographien und Philanthropina &c. unangetastet lassen wollen.
Freylich haben wir auch viele Sachen von geringer Erheblichkeit in diesem Buche stehen lassen, ja es sind so gar welche von dieser Art noch beygefügt worden. Allein wir bitten uns die Erlaubniß aus, das Wort dadurch uns regen zu dürfen, daß dieses Lexicon für allerley Leser, und also auch für den verschiedenen Geschmack derselben habe eingerichtet werden müssen. So wie sich manchmal erwachsene Personen an Kinderspielen ergötzen, so werden sich weitersehende Leser es nicht entgegen seyn lassen, auch bisweilen solche Kleinigkeiten mit zu lesen.
Was endlich den Abdruck anbetrift, so hat man darauf gesehen, ihn so viel als möglich correct zu liefern. Demohngeachtet werden bey aller angewandten Genauigkeit doch einige Druckfehler mit angetroffen werden, die uns an den Ausspruch des sel. Herrn Prof. Kapps in seiner so nöthigen als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgiesserey erinnern: „daß kein Buch in der Welt gefunden werde, daß gänzlich von Druckfehlern frey sey.“ Doch es ist Zeit abzubrechen, und dieses Buch, einer geneigten Aufnahme zu empfehlen, das vielleicht so wie die vorhergehenden Auflagen nicht ganz für unbrauchbar gehalten werden wird.