Enzyklothek
Cover für Neu-vermehrtes und verbessertes Reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon

Sinold von Schütz, Philipp Balthasar

Neu-vermehrtes und verbessertes Reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon

Darinnen sowohl Die Religionen und geistlichen Orden, die Reiche und Staaten, Meere, Seen, Insuln, Flüsse, Städte, Festungen, Schlösser, Häven, Berge, Vorgebürge, Pässe und Wälder, die Linien Teutscher hoher Häuser, die in verschiedenen Ländern übliche so geistliche als weltliche Ritter-Orden, Wapen, Reichs-Täge, gelehrte Societäten, Gerichte, Civil- und Militair-Chargen zu Wasser und Lande, und der Unterscheid der Meilen, vornehmsten Münzen, Maaß und Gewichte, die zu der Kriegs-Bau-Kunst, Artillerie, Feld-Lägern, Schlacht-Ordnungen, Belagerungen, Schiffahrten, Unterscheid der Schiffe und der dazu gehörigen Sachen gebräuchlichen Benennungen: Als auch Andere in Zeitungen und täglicher Conversation vorkommende aus fremden Sprachen entlehnte Wörter, nebst denen alltäglichen Terminis Juridicis und Technicis, Gelehrten und Ungelehrten zu sonderbarem Nutzen klar und deutlich beschrieben werden
Regensburg; Bader 1757

Sprache

  • deutsch

Schlagworte

Paralleltitel

  • Johann Hübners reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon
  • Neu-Vermehrtes und verbessertes Reales Staats-, Zeitungs- und Conversations-Lexicon
  • De staats- en koeranten-tolk
  • De nieuwe, vermeerderde en verbeterde kouranten-tolk

Neue Vorrede

Die neue Herausgabe dieses Realen Staats-Zeitung- und Conversations-Lexici hat an und vor sich keine Vorrede nöthiq, welche des Buchs Vermehrungen, Ausbesserung und äusserliche Zierde erst anpreisen müste, indeme der allgemeine Beyfall des Publici ihme selbst das Wort redet. Da aber die Leipziger Edition von 1752. als die neueste, eine Vorrede vor sich trägt, in welcher der Herausgeber besonders das Publicum versichern will, daß er dieses Buch genau durchsehen, merklich verbessert, und vermehret, alles überflüßige weggelassen, und, wie er es rectificiret; so daß er dieses mit etlichen 1000. Stellen beweisen will: So hat es das gleiche Recht, der Wohlstand und die Begierde dem Publico nützliche und würkliche Dienste zu leisten, erfordert, gleichfals mit einer neuen Vorrede hervorzugehen, die jedoch blos von deme handelt, worinn beede Editiones voneinander unterschieden sind, und worinn diese gegenwärtige Edition einen merklichen Vorzug vor der Leipziger habe.
I.) Was die genaue Durchsehung des Buchs belangt; so werden wohl weniger Druckfehler, und eine mehrere genaue Beobachtung der Articuln, in Ansehung der Real-Definitionen hin und wieder in gegenwärtiger zu ersehen seyn, als in der andern. Man darf nur den ersten Bogen beeder Editionen gegeneinander halten; so legt sich vor Augen, daß die Leipziger hierinn nichts aufweiset, was nicht in den vorigen Auflagen schon enthalten wäre, so gar sind die mendae typographicae mit einer bedächtlichen Sorgfalt dabeybehalten worden; Die Leserlichkeit des Drucks, eine in den Zwischenraumen der Worte sich haltende Proportion, ein scharfer wohlausgedruckter Buchstabe, und eine genau besorgte Ausmerzung der Fehler in der vorigen Auflage, sind bey der unsrigen Edition solche Unterscheidungs-Zeichen von der Leipziger, daß wir uns nicht dabey aufhalten wollen.
II.) Die Verbesserung an und vor sich, welche die Leipziger Edition zu ihrer vorzüglichen Ehre vor sich tragen soll, ist wohl nicht so beschaffen, daß dem Verlangen eines prüfenden Lesers dadurch ein Genügen geschehen.
Die Verbesserung eines Buchs von dieser Gattung bestehet eigentlich in deme, was der Leipziger Editor in seinen Speciebus beschreibet; alleine in dem Buch selbsten sind diese Species nicht beobachtet worden. Wir wollen nur einige Articuln beeder Editionen übersehen. Die mehrsten kommen überein, nur, daß die Leipziger da und dorten den Innhalt mit veränderten Worten, jedoch in einem gleichen Verstand angiebet, wie es in der unsrigen stehet. Der Herausgeber hätte ohne Bedenken in dem Art. Aachen, das Cap. 28. §.5. der Guldenen Bulle anführen dörfen, worinn das Privilegium gegründet, daß die Röm. Könige daselbst sollen gekrönet werden, wie solches mit Fleiß in der Unsrigen allegiret ist. Er hat aber auch etwas wichtigers zur Kenntnuß gehöriges ausgelassen, da er schlechthin ansetzet: „Es werden daselbst einige Reichs-Kleinodien" aufgehoben, dieserwegen sie mit Nürnberg Streit hat." In unserer Edition ist mit gutem Fleiß des Schwertes Caroli M. gedacht, welches zu Aachen verwahret wird, indeme eigentlich hierüber der Streit mit Nürnberg erwachsen. Hingegen hatte wohl die Zahl der Dörfer in dem Gebieth Aachens ausgelassen werden dörfen, weil dieses so nöthig nicht ist. Was die beygefügte Meldung von dem daselbst A. 1748. geschlossenen Frieden betrift, die in unserer Edition von 1748. ausgelassen ist: so hat solches von uns nicht angeführet werden können, als diese Auflage schon lange vor Michaelis desselben Jahrs zum Vorschein gekommen, ehe der Friede geschlossen war. Der Articul von Aachen gehört mit zu den wichtigen in dem Buch. Das Wort Abbé ist in der Leipziger etwas vermehrt, daß nemlich in Italien dergleichen Castrirte wären, und den Dames zur Guarde dienen, aber die ärgsten Spione und Kupler wären; dieser Zusatz ist eine Erzählung von Hörensagen, und sonst sehr unbekannt. Das Wort Abdachung hat in unserer, mehrere Synonyma, die auch termini technici sind, als in der Leipziger.
Abgesander ist in unserer Edition mehrers beschrieben.
Abreojos remittiret die Leipziger auf Abrolhos, es sind aber zweyerley Bedeutungen, und die erstere ist in unserer Edition beschrieben.
Abschnitt ist besser in unserem Buch erklärt.
Academia ist bey uns vollständiger beschrieben.
Academie Kayserl. Hofmahler und Bildhauer zu Wien, und Academie Royale de Peinture & de Sculpture sind bey uns in 2. Artickeln angesetzt, die Leipziger hat sie in einen geschmelzet, ist aber nicht so ausführlich, als in unserer abgehandelt.
Academie militaire hat in unserer Edition von 1748. nicht stehen können, weil sie erst A. 1750. errichtet worden.
Academie de la Politique hat den Zusatz in der Leipz. daß der berühmte Herr Moser auf dergleichen Fuß A. 1749. eine Staats-Academie anlegen wollen, Erstlich sieht man aus dem Jahr, daß dieser Articul nicht bey uns hat stehen können; zweytens ist eine Academie de la Politique von einer Staats-Academie unterschieden.
Acatholici hat die Leipziger; unsere Edition aber nicht. Dieser Articul ist auch nichts dienlich. Der Leipziger Editor setzt selbst die Raison dazu.
Accord, bey uns ist auch bemerkt, was es in der Music heisse.
Acerra, bey uns beschrieben.
Acta publica, bey uns deutlicher erklärt.
Action mehrers in unserer Edition beschrieben.
Mit diesem endiget sich schon ein ganzer enger Bogen in unserer Edition, und die Leipziger hat annoch 3. bis 4. Seiten an ihrem ersten Bogen. In der unsern sind 12. Articuln mehr, als in der andern, darunter wichtige Dinge sind, als: Abstand, ein terminus militaris. Acceptant seines Wechselbriefs. Acephali. Abacus. Absentiren.
Wenn nun dieses verbessern, vermehren, rectificiren heisset, wie es der Leipziger Editor mit seiner Arbeit vorgiebt; so wird ihm sein Beweiß mit etlichen 1000. Articuln nicht nur schwer werden; sondern es wird auch unsere vorige Edition von 1748. ob sie schon 4. Jahr älter ist, gleichwohl mehrers enthalten, genauer übersehen, und vollständiger in den Beschreibungen seyn können, als die mit so vielen grossen Versicherungen der Verbesserung prangende Leipziger Edition von 1752.
Es wird solchem nach diese neue Auflage dieses Buchs mit einer augenscheinlich bessern Vermuthung in die Welt gehen dörfen, daß der Titel und Inhalt wohl und gewiß mit einander übereinstimmen, und das alles geleistet worden, was der Absicht und dem Gebrauch desselben gemäß ist, wie dann der Verleger keine Unkosten gescheuet, um es sowol durch würkliche Verbesserung, als auch äusserliche Zierde in dem Werth schätzbarer und dem Beyfall der Leser würdiger zu machen, auch täglich daran arbeiten lässet, von einer Auflage zur andern, das, was aus menschlicher Unvollkommenheit in einer übersehen worden, in der andern zu ergänzen.
Aber noch andere zum realen Gebrauch erfoderliche Stücke finden sich bey gegenwärtigem Buch, welche die Leipziger Edition weder in der Anzahl, noch in der bequemen Einrichtung und deutlicher und leichter gemachten Vorstellung der Kupfer-Tabeln aufweisen kan.
Die Leipziger neueste Ausgabe, hat ausser dem Indice onomastico-Heraldico sonst kein Register, da unser Lexicon sich um so viel brauchbarer macht, indeme
1) Ein Register der in dem Buch enthaltenen Lateinischen Nahmen.
2) Ein anders vollständiges Register der Nahmen aus fremden Sprachen, angefüget ist.
Die Leipziger Ausgabe hat nur 8. Kupfer-Tafeln, da die unsrige derselben zehen hat.
Jene stellet vor
In der 1.Tafel die Geographischen und Astronomischen Figuren.
2) Den Distanz- und Meilen-Zeiger, sehr klein, undeutlich und enge zusammen geschoben.
3) Die Ritter-Orden.
4) Die Geometrischen Figuren und Instrumente, welche Tafel eigentlich aber zu einem Mathematischen Lexico, und nicht hieher eigentlich gehören.
5) Die Schifs- und Seebau-Kunst.
6) Die Kriegsbau-Kunst.
7) Was zur Artillerie gehöret.
8) Die Heraldic oder Wapen-Kunst.
In unserm Lexico sind folgende Tafeln.
1) Die Geographischen und Astronomischen Figuren, gleich an dem Titelbogen angefüget.
2) Ein auf einem Real folio befindlicher neu vermehrter Meilen-Zeiger, sehr deutlich, genau bestimmt und gezeichnet, und auf den locum a quo, auf die Reichs-Stadt Regensburg angetragen.
3) Die Ritter-Orden.
4) Die Vorstellung der Urinatorum (Tauchern) mit ihren Glocken.
5) Die Seefahrts- und Schifsbau-Figuren.
6) Die Kriegsbau-Kunst.
7) und 8) verschiedene Arten der Festungs-Wercker.
9) Die Artillerie.
10) Die Heraldic, oder Wapen-Kunst.
Der Verleger kan dahero sich um so mehr die erwünschte Aufnahm dieses Buchs auch bey dieser Auflage versichern, bey welcher er gewis nichts unterlassen, was der Gebrauch desselben, und sein eigenes Bemühen, nützliche und vollständige Werke der Welt zu liefern von ihm fodern mögte; wie er dann bey den Aller- und gnädigsten Privilegiis auch dieses als eine der grösten Aufmunterung seines Fleisses und Anwendung vieler Kosten mit unterthänigstem Eifer ansiehet, da er Ihro Kayserl. und in Ungarn und Böhmen Königl. Majestät allerhöchstes Privilegium exclusivum über dieses Buch in Höchst Dero Erz-Hertzoglich-Oesterreichischen Landen, vor Drey Jahren erneuerter erhalten. Er überlässet übrigens den Werth der Arbeit und seiner Mühe an diesem Werk dem billigen Urtheil des Publici, und dessen Gewogenheit.
Geschrieben den 25. September, 1752.