Enzyklothek
Cover für Neues Conversations-Lexikon für alle Stände

Meyer, Hermann Julius (Hrsg.)

Neues Conversations-Lexikon für alle Stände

In Verbindung mit Staatsmännern, Gelehrten, Künstlern und Technikern und unter der Redaktion von Dr. L. Köhler und Dr. Krause herausgegeben von H. J. Meyer. Diesem Wörterbuch des menschlichen Wissens sind beigegeben: 120 Bildnisse der bedeutendsten Menschen aller Zeiten, 60 Ansichten der merkwürdigsten Orte, die Pläne der größten Städte, 123 Karten für alte und neue, geographische und physikalische Erdbeschreibung
17 Bände
Hildburghausen; Bibliographisches Institut 1857-1861

Sprache

  • deutsch

Schlagworte

Paralleltitel

  • Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände
  • Meyers Konversations-Lexikon
  • Neues Konversations-Lexikon
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon

Normdaten (Autor/in)

Literaturhinweise

Bandeinteilung

Bd. 1. A - Armstrong. 1857
Bd. 2. Armuth - Bayern. 1857
Bd. 3. Bayeux - Buchhaltung. 1858
Bd. 4. Buchhandel - Cronegk. 1858
Bd. 5. Crooked - Erlachbad. 1859
Bd. 6. Erläuterung - Frigento. 1857
Bd. 7. Frigg - Grossbritannien. 1858
Bd. 8. Großenhain - Hysteron proteron. 1858
Bd. 9. I - Konstantin. 1859
Bd. 10. Konstantine - Marend. 1859
Bd. 11. Marengo - Ozon. 1860
Bd. 12. P - Radesyge. 1859
Bd. 13. Radetzky - Schmierkur. 1860
Bd. 14. Schminke - Tscherkassy. 1860
Bd. 15. Tscherkessen - Zzubin. 1860
Bd. 16. Ergänzendes Wort- und Sachregister zu Meyer's Konversations-Lexikon. 1861
Bd. 17. Atlas der Geographie. 1860

Vorwort.

"Intellektuelle Emancipation des Volks ist der Ruf des Jahrhunderts, ist das Ziel, nach dem heut zu Tage Millionen streben. Man will nicht länger das Monopol des Wissens dulden, das so lange Zeit auf den Völkern gelastet; man fordert, daß die Errungenschaften des menschlichen Geistes Allen zugänglich werden, die sich ihrer bedienen wollen; man ahnt, daß die Mittheilung der vorhandenen menschlichen Kenntnisse einen positiven Werth hat, und Tausenden neue Mittel an die Hand geben wird zur Förderung der eigenen Wohlfahrt, — man erkennt, daß Wissen eine Macht ist, und daß Bildung die sicherste Garantie gewährt für bessere öffentliche Zustände.
Zur Realisirung dieser großen Aufgabe sind die encyklopädischen Wörterbücher der Wissenschaften und Künste eines der tauglichsten und wirksamsten Werkzeuge. Seit jenes Bewußtseyn, jenes Verlangen nach Kenntnissen und Bildung in der Masse des Volks Wurzel geschlagen; seit außerdem alle wissenschaftlichen Disciplinen selbst im erstaunlichsten Grade an Ausdehnung gewonnen; seit auch die Schranken durchbrochen wurden, welche das praktische Leben und die Wissenschaft bisher von einander getrennt hielten — seitdem sind jene Realwörterbücher ein Bedürfniß, eine Forderung der Zeit, und Niemand, der Gelehrte an seinem Schreibtisch so wenig, als der Weltmann im Salon, der Techniker in seiner Werkstatt so wenig, als der Militär und der Oekonom, kann ihrer Hülfe entbehren.
Es bedarf weniger Betrachtungen, dies nachzuweisen. Zu keiner Zeit hat der Baum des menschlichen Wissens zahlreichere und vollere Sprossen getrieben, als jetzt. Mächtig entfaltet hat sich, was als unentwickelte Knospe sonst kaum Beachtung fand; es hat Stamm und Aeste erhalten, geschmückt mit Blättern, Blüthen und Früchten, aus deren Samenkernen bereits neue Pflanzen emporwachsen. Alle einzelnen Wissenschaften haben in den verflossenen Jahrzehnten an Umfang wie an Tiefe und innerer Reichhaltigkeit so unglaublich zugenommen, daß es eines Mannes ganzes Streben erfordert, um eins dieser weiten Felder vollkommen zu beherrschen. Gleichwohl hat gerade diese Entwickelung die verschiedenen Wissenschaften in den engsten Zusammenhang gebracht, und ihre innere Verwandtschaft und ihr gegenseitiges Ineinandergreifen hat sich evident erwiesen. Die kirchlichen und politischen, die rationellen und praktischen, spekulativen und empirischen Disciplinen, die Wissenschaften des Geistes und der Natur, die Erforschung des Alterthums und die Erfahrungen der Jetztzeit — alle sind zu einander in die innigste Berührung getreten, und kein Gelehrter kann wiederum in seinem eigenen Gebiete vollkommen heimisch werden, ohne zugleich in den benachbarten Feldern ebenfalls wohl bewandert zu seyn. Universale Bildung ist daher in höherem und niederem Grade einem Jeden wünschenswerth und nothwendig. Wer aber hat Zeit und Kraft genug, sich diese universale Bildung auf dem Wege systematischer Studien allein anzueignen? Wie viel sind der Köpfe, welche die zahllosen und doch wichtigen Einzelheiten der verschiedenen Fächer fortwährend im Gedächtniß zu behalten vermögen? Da bedarf's eines Hülfsmittels, das schnell auf jeden Wink die erforderlichen Notizen darreicht, das einem Jeden über alle ihm ferner liegenden Wissenschaften kurze und bestimmte Belehrung ertheilt — und dieses Hülfsmittel ist ihm dargeboten in einem guten allgemeinen Reallexikon.
Nicht minder aber als das Interesse des Gelehrten ist das des Praktikers mit den encyklopädischen Wörterbüchern verknüpft, mag er nun als Civil- oder Militärbeamter dem Staate dienen, oder als Handels- und Fabrikherr, als Oekonom oder Handwerker seinem eigenen Geschäfte vorstehen. Die Wissenschaften stehen nicht mehr getrennt dem wirklichen, praktischen Leben gegenüber, sie greifen fördernd und umgestaltend in dasselbe ein und sind ihm unentbehrlich geworden. Kenntniß der Geschichte und historischer Personen, der statistischen Verhältnisse der Gegenwart wie der Vergangenheit werden mehr als je im Staatsdienst gefordert; mehr als je muß der Militär vertraut seyn mit Mathematik, Geographie, mit der Staaten- und Völkerkunde, so wie ein tüchtiger Kaufmann bewandert in allen Zweigen der Handelswissenschaften. Namentlich aber haben die Naturwissenschaften, wie Chemie, Physik, Naturgeschichte &c., einen solchen Einfluß auf die individuelle Wohlfahrt erlangt, daß ihre Kenntniß dem Techniker, dem Oekonomen, dem Fabrikherrn ganz unerläßlich und unentbehrlich geworden ist. Auch sie, deren ganze Zeit meist von dem bewegten Geschäftsleben in Anspruch genommen wird, können sich nicht einem systematischen Studium der erforderlichen Wissenschaften hingeben, auch sie bedürfen eines Helfers, der ihnen schnell und zuverlässig alle nöthigen Thatsachen und Erfahrungen mittheilt, und diese Hülfe gewährt ihnen wiederum nur ein Realwörterbuch.
Allein nicht bloß der Gelehrte von Fach und der Praktiker — auch der Mann von Bildung überhaupt und Jeder, der nach diesem Ziele strebt, kann eines Konversations-Lexikons nicht mehr entbehren — ja, hier ist letzterem der umfassendste Wirkungskreis eröffnet. Die gebildete Welt der Gegenwart hat ein anderes Gepräge als die des vorigen Jahrhunderts. Gewandtheit in der Unterhaltung und Feinheit im Umgange genügen nicht mehr, um den Mann von Welt, die gebildete Dame zu machen. Neben der moralischen, die vormals allein galt, hat sich heut zu Tage die intellektuelle Ausbildung in den Vorgrund gestellt, und so wird jetzt die Bildung eines Menschen mehr nach dem Grade bestimmt, in welchem er das wissenschaftliche, künstlerische und politische Leben der Gegenwart in sich aufgenommen hat und fähig ist, es zum Gegenstand der allgemeinen Unterhaltung zu machen. Der Gebildete unserer Tage muß mit den Haupterscheinungen der Philosophie und schönen Literatur, den Fortschritten der Industrie, mit den Entdeckungen in der Natur- und Völkerkunde, der Politik bekannt, muß im Reiche der Geschichte und hundert anderen Dingen wohl bewandert, oder doch im Stande seyn, sich das Wissenswertheste augenblicklich zu vergegenwärtigen. Ihm also vor allen ist ein Rathgeber unentbehrlich, der ihm stets willfährig zu Gebot steht, der ihm bei seiner Lektüre zur Hand ist, und selbst in den Kreis der mündlichen Unterhaltung gezogen werden kann, wenn schnell Auskunft über irgend einen Gegenstand begehrt wird.
Je größer nun in unseren Tagen die Zahl Derer ist, welche zu den Gebildeten gerechnet zu werden wünschen, desto allseitiger muß auch das Bedürfniß nach Encyklopädien hervortreten. In der That spricht für die Zeitgemäßheit derselben nichts schlagender, als der großartige Erfolg, den einzelne Werke dieser Art errungen haben. Namentlich wurde das Brockhaus'sche Lexikon, das vor nun fast 50 Jahren in erster Auflage erschien, von Jung und Alt, von Männern und Frauen mit wahrer Begierde gesucht. Es ist in mehreren hunderttausend Exemplaren über alle Gauen Deutschlands zerstreut, und hat zur Verbreitung allgemeiner Kenntnisse und höherer Bildung Außerordentliches gewirkt. Andere ähnliche Werke, theils specieller, theils allgemeiner Art, folgten in Menge von Jahr zu Jahr, und wenn sie nicht alle die gehoffte Aufnahme fanden, so lag der Grund davon entweder in der Einseitigkeit, allzu großen Beschränktheit und Fehlerhaftigkeit dessen, was sie boten, in der Dürftigkeit der Ausstattung oder in irgend welchen Umständen, nie aber in der unbedingten Unempfänglichkeit des Publikums. Neben dem Brockhaus'schen errang sich zunächst das encyklopädische Realwörterbuch von Pierer allgemeine Theilnahme, indem es den bisher eingehaltenen Pfad verließ und dem Verlangen nach mehrseitiger Belehrung Rechnung trug.
Weder letztgenanntes Werk, noch eines der früher erschienenen vermag indessen dem in der Zeit begründeten und laut ausgesprochenen Verlangen nach allgemeinen Encyklopädien vollständig zu genügen. Keins derselben reicht für alle Bedürfnisse aus. Das Brockhaus'sche Lexikon, und mit ihm alle anderen Werke, die in seine Fußtapfen traten, ist von vorn herein nur für eine bestimmte Fraktion des Publikums, für die gebildete Gesellschaft, nicht aber für den Gelehrten, noch weniger für den Techniker md Geschäftsmann berechnet gewesen. Es behandelt, meist in anziehender Darstellung, ausschließlich Gegenstände der gebildeten Konversation, und das momentane Zeitinteresse übt daher auf die Wahl seiner Artikel einen vorwiegenden Einfluß. Eine allgemeine, allseitig genügende Encyklopädie kann das Brockhaus'sche Werk also nun und nimmermehr ersetzen. Bei Weitem größere Ansprüche auf Vollständigkeit und Allgemeinheit hat das Pierer'sche Wörterbuch. Es ist ziemlich konsequent in seinem Plane durchgeführt, und was es bietet, ist meist korrekt und wahr; allein andererseits ließ es wesentliche Vorzüge seines Vorgängers fallen. Im Gegensatz zu dem Brockhaus'schen Werke, soll es kein Lesebuch seyn, das Unterhaltung mit Belehrung verbindet, sondern ein bloßes Nachschlagebuch, das kurze, momentan genügende Nachweisungen gibt. Durch Befolgung dieses Grundsatzes, durch das Streben nach möglichster Kürze und Gedrängtheit hat es die gefällig ansprechende Form gänzlich geopfert und bietet in den meisten Artikeln, namentlich in den biographischen, naturgeschichtlichen, philosophischen und topographischen, nur dürre, skeletartige Skizzen.
Das erste Werk, welches in jeder Hinsicht zu genügen und die Ansprüche sowohl auf Vollständigkeit des Inhalts wie auf Schönheit der Darstellung zu erfüllen strebte, war Meyer's großes Konversations-Lexikon, dessen erster Band im Jahr 1840 erschien, und das in seiner Vollendung 51 große Oktavbände umfaßt. Das Werk ist in der That eine Encyklopädie des menschlichen Wissens, die eine Bibliothek ersetzt und bei keiner Nachforschung im Stiche läßt; allein der große Umfang, den das Buch durch die umfassende Bearbeitung all' seiner Artikel erhielt, und der daraus entspringende hohe Preis entzog ihm allgemach die Theilnahme des großen Publikums, die es ihm zuvor in erstaunlicher Weise geschenkt, und das kolossale Werk gelangte nur in die Hände der Bemittelten.
Diesen Mangel, wie alle früher berührten, auf zweckmäßige Weise abzustellen, dabei jeden anerkannten Vorzug seiner Vorgänger zu adoptiren, kurz, Alles aufzubieten, damit endlich einmal dem Bedürfniß einer zeitgemäßen allgemeinen Encyklopädie Genüge geschehe: das ist die Aufgabe, welche wir durch vorliegendes Werk, unser „Neues Konversations-Lexikon für alle Stände," zu lösen unternehmen. Durch sorgfältige Benutzung und Aneignung von Allem, was sich bis auf die neueste Zeit in der Völker- und Menschengeschichte Neues begeben, was der denkende Geist Anspruch auf Anerkennung und Dauer Habendes geschaffen, aller der Fortschritte, welche auf dem Gebiete der Wissenschaften und Künste bis auf die Gegenwart herab gemacht worden sind, wird es alle Anforderungen in bei Weitem höherem Grade befriedigen, als das Brockhaus'sche und Pierer'sche Werk, und doch zu seiner Anschaffung durch die Billigkeit seines Preises keine größeren Geldopfer erheischen, als die genannten Werke. Für den Fachgelehrten als zuverlässiges und bequemes Nachschlagebuch brauchbar und jedenfalls erwünscht — wird es doch hauptsächlich für das große Publikum im Allgemeinen bestimmt seyn. Ihm soll es eine Fundgrube aller vorhandenen Kenntnisse werden, die von wesentlichem Nutzen, die unseren gesellschaftlichen Bedürfnissen angemessen sind und deren Verbreitung die öffentliche Wohlfahrt auf breiteren und dauernderen Grundlagen befestigen hilft.
Die Disciplinen der Philosophie, als das Fundament aller moralischen und intellektuellen Erziehung, werden in einer erschöpfenden und ihrer würdigen Weise behandelt werden. Von der Jurisprudenz, dieser so tief in's Leben greifenden Wissenschaft, werden wir vorzugsweise die praktische Seite in's Auge fassen, die Erörterung von Schulfragen aber möglichst bei Seite schieben. Den Staatswissenschaften, der Politik und der Volkswirthschaftslehre wird der ihrer Wichtigkeit angemessene Raum zu Theil. Die Medicin wird uns in so weit beschäftigen, als sie für den Laien anziehend und belehrend seyn kann. Wir werden dem Leser das Wissenswertheste über den Bau des menschlichen Körpers und seine Funktionen mittheilen und ihm die wichtigsten Krankheitsformen vorführen, so daß ihm für vorkommende Fälle das Buch ein treuer und nützlicher Rathgeber seyn wird; Alles dagegen, was allein Sache des praktischen Arztes ist, wird nur kurz berührt werden. Den Naturwissenschaften, deren mächtige Entwickelung in jüngster Zeit von so außerordentlichem Einfluß auf die Gestaltung des Lebens geworden und deren Kenntniß sich dem schlichten Bürger so nützlich und nothwendig macht wie dem Gelehrten, wird unser Werk die gewissenhafteste Berücksichtigung widmen, immer mit Zugrundlegung der neuesten Forschungen und Entdeckungen. Es wird über die Geheimnisse der Chemie, wie über die Thätigkeiten und Erscheinungen am Himmelsraume, über das Spiel der Kräfte in der Natur und die Gesetze der Mechanik, über den Bau, die Bestandtheile und das Leben der Erde, wie über Pflanzen und Thiere in gleich genügender Weise Aufschluß ertheilen. Ohne Formeln und Zeichen, die nur dem Eingeweihten verständlich, wird das Werk die Lehren der mathematischen Wissenschaften in klarer, allgemein faßlicher Sprache mittheilen, eine besondere Sorgfalt aber den verschiedenen Zweigen der Technologie, der Handelswissenschaft und der Landwirthschaft zuwenden. Immer und überall wird man die praktische Seite der Wissenschaften mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt, das aber, was bloß dem Fachmann von Interesse seyn kann, nur kurz angedeutet, und was dem Laien ganz unverständlich ist, ausgeschlossen finden. Die Geschichte, sowohl die Staaten- und Völkergeschichte, als die der Literatur, der Wissenschaften und Künste, wird in unserem Werke eine ausgezeichnete Stelle einnehmen und eben so wie die Geographie, physische und politische, und die Topographie, in angemessener Weise und mit der erforderlichen Genauigkeit dargestellt werden. Endlich finden auch die Biographien aller bedeutenden Menschen, die auf irgend einem Felde menschlichen Wissens und Könnens Namhaftes geleistet haben, Aufnahme in unserem Werke. — Ausgeschlossen ist dagegen alles rein Sprachliche, alle bloß wissenschaftliche und technische Terminologie, Alles aus der Vergangenheit, was zu seiner Zeit vielleicht einige Bedeutung hatte, jetzt aber weder in Schriften erwähnt, noch im Leben berührt wird.
Auf diesem Wege wird unser Werk einen Artikelreichthum erlangen, der den des Brockhaus'schen Lexikons um das Vierfache übertrifft, und wird das Pierer'sche Werk an Gründlichkeit, Ausführlichkeit und schöner Form der Darstellung weit hinter sich lassen. Hinsichtlich der Darstellungsweise ist unser Streben vornehmlich auf Einfachheit, Deutlichkeit und Popularität gerichtet, welche eine gefällige edle Form nicht ausschließen, vielmehr bedingen. Eine Parteifarbe soll und wird unser Lexikon nicht tragen, es sey denn die der Wahrheit, der Aufklärung, der Bildung, des Fortschritts in Wissenschaft, Kunst und Leben; die Fahne, die es trägt, ist die von allem ächt wissenschaftlichen Streben unzertrennliche Fahne der Humanität, des Rechts und des Lichtes, unabhängig von religiösen oder politischen Bekenntnissen.
Das ganze Werk wird binnen 3 Jahren vollendet seyn und 15 Bände oder 1200 Bogen umfassen. Was diesen Umfang überschreitet, verpflichtet sich die Verlagshandlung, den verehrten Subscribenten gratis zu liefern.
„Und so trete denn das Werk in die Welt, weder mit dem Zopfe des Pedanten, noch in der Narrenkappe des Phantasten, sondern im schlichten Rocke eines anspruchlosen, treuen, hausfreundlichen Lehrers für Alle, welche sich selbst oder den Ihrigen gründliche und nützliche Kenntnisse schnell, sicher und mit dem wenigsten Aufwande von Zeit und Geld zu verschaffen trachten; als ein zuverlässiger Rathgeber und bewanderter Führer zu jeder Stunde im unermeßlichen Reiche des Wissens und Könnens, als ein rüstiger Gegner endlich aller Bestrebungen, die dem Monopol des Wissens huldigen, und die es sich zur Aufgabe machen, unseren Brüdern Unfähigkeit und Ignoranz zu Verbriefen."
Hildburghausen, im Oktober 1856.
Der Herausgeber."
Bd. 1 (1857), S. I–IV.