Curieuses und Reales Natur- Kunst- Berg- Gewerck- und Handlungs-Lexicon
Darinnen nicht nur Die in der Physic, Medicin, Botanic, Chymie, Anatomie, Chirurgie und Apothecker-Kunst, wie auch in der Mathematic, Astronomie, Mechanic, Bürgerlichen und Kriegs-Bau-Kunst, Schifffahrten, &c. Ferner bey den galanten und Ritterlichen Exercitien, bey Bergwercken, Jägerey, Fischerey, Gärtnerey; wie auch in der Kauffmannschafft, bey Buchhalten und in Wechsel-Sachen, bey Künstlern und Handwerckern gebräuchliche Termini technici oder Kunst-Wörter, nach Alphabetischer Ordnung ausführlich beschrieben werden: Sondern auch alle Im Handel und Wandel, ingleichen im Jure und vor Gerichten vorfallende, und aus allerhand Sprachen genommene, unentbehrliche Wörter, den Gelehrten und Ungelehrten zu sonderbarem Nutzen gründlich und deutlich erkläret, auch an vielen Orten nützliche Realien mit eingemischet seyn
Alles dergestalt eingerichtet, daß man dieses als einen andern Theil des Realen Staats-Conversations- und Zeitungs-Lexici mit grossem Vortheile gebrauchen kan. Nebst einer ausführlichen Vorrede Herrn Johann Hübners
Leipzig; Gleditsch 1731
Sprache
- deutsch
Literaturhinweise
Vorrede und Vorbericht
Vorrede Herrn Johann Hübners, Rectoris der S. Johannis-Schulen in Hamburg, zu der ersten Auflage dieses Lexici.
I. Was ich iezto vor einem Jahre, als das reale Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon zum fünfften mahl aufgeleget ward, in der Vorrede versprochen habe, solches ist von den Herren Verlegern nunmehro in der That erfüllet worden.
II. Nehmlich es erscheinet nunmehro der andere Theil dieses beliebten Buches, in der guten Hofnung, daß er zum wenigsten von denenjenigen nicht übel werde aufgenommen werden, welche so ein großes Verlangen darnach bezeuget haben.
III. Sein besonderer Titul ist: Natur- Kunst- Gewerck- und Handlungs-Lexicon; welchen ich niemand deutlich erklären kan, der sich nicht vorhero in einen kurtzen Discurs von den gelehrten Wissenschaften der Menschen mit mir eingelassen hat.
IV. Eine iedwede Disciplin kann auf zweyerley Weise vorgetragen werden. Die eine Manier heißt Methodus Systematica; und die andere wird Methodus Alphabetica genennet.
V. Nach der Systematischen Methode hänget die Materie an einander, und die Stücke davon werden in solcher Ordnung vorgetragen, daß eines aus dem andern fließt.
VI. Nach der Alphabetischen Methode hingegen hängt nichts an einander, sondern die ganze Wissenschafft wird in kleine Stücke zerrissen, und ohne Connexion in einer solchen Reihe vorgetragen, wie es die Ordnung der vier und zwantzig Buchstaben den erfordert,
VII. Wenn ich nun sagen soll, was von diesen beyden Methoden zu halten sey, so müssen wir vorhero ausmachen, was zu einer soliden Wissenschafft einer Sache eigentlich gehöre.
VIII. Nehmlich wer sich rühmen will, daß er etwas weiß, der muß auf drey Fragen gründlich antworten können. Erstlich: was die Sache sey? Zum andern: wie vielerley die Sache sey? Und drittens, warum die Sache so oder so beschaffen sey?
IX. Auf die erste Frage gehöret eine deutliche Definition; auf die andere eine geschickte Division; und auf die dritte eine gründliche Demonstration.
X. Wer nun eine Disciplin so begreifen will, daß er auf alle drey Fragen accurat antworten kan, der soll und muß sich dieselbe Wissenschafft Methodo Systematica vortragen lassen.
XI. Ja wenn einmahl eine Zeit kommen sollte, daß diese Systematische Methode nicht mehr im Gebrauch wäre, so würden wir uns auch gewiß keiner gründlichen Gelehrsamkeit mehr zu rühmen haben.
XII. Hingegen wer eben keine Demonstrationes machen will; wer sich auch eben nicht um alle Divisiones bekümmert; sondern wer nur eine kurze Definition von einer Sache begehret, der kan durch diese Alphabetische Methode gar wohl zu seinem Zwecke gelangen.
XIII. Man darff aber nicht dencken, als wenn eine geschickte Beschreibung von einer Sache etwas so gar was geringes wäre: Denn es lehret die gemeine Erfahrung, daß die Menschen viel hundert Vocabula in der täglichen Conversation gebrauchen, davon sie nicht allein keine deutliche Beschreibung im Munde, sondern auch nicht einmal eine eigentliche Idee davon im Gehirne haben.
XIV. Man probiere solches nur mit etlichen Theologischen Wörtern, die in allen Predigten vorkommen, und frage, nicht einen der vom Studio Theologico Profession machet, sondern einen andern ehrlichen Mann, der sich auf sein Christenthum etwas einbildet, was er denn vom seligmachenden Glauben, vom alten Adam, von der neuen Creatur, von der Wiedergeburt von dem rechtschaffenen Wesen in Christo, von der Selbst-Liebe, von der Verleugnung seiner selbst, von der Verachtung der Welt, von der Creutzigung des Fleisches, von Natur und Gnade, von Geist und Buchstaben, und von dergleichen Wörtern mehr sich eigentlich vor einen Concept gemachet habe? so werden zwar alle praetendiren zu wissen; sie werden es aber nicht können von sich geben; sondern die Meisten werden mit Mose sagen: Ich habe eine schwere Sprache, und eine schwere Zunge.
XV. Jedoch wir wollen uns in dieser Materie nicht vertieffen, sondern wir wollen viel lieber nachforschen, wie denn die curieuse Welt auf diese Alphabetische Methode gekommen sey?
XVI. Vor eine ganz neue Lehr-Arth darff man sie eben nicht ausgeben: Denn wir haben noch alte Griechische Lexica, welche nach dieser Manier eingerichtet sind.
XVII. Daß aber diese Methode sonderlich bey unsrer Zeit aufs neue gleichsam grand mode worden ist dazu haben meines Erachten nachfolgende Ursachen cooperiret.
XVIII. Vor Alters waren nur wenige Wissenschaften, und die waren auch nicht sonderlich ausgeführet: Es studirten auch wenig Leute, die begnügten sich, wenn sie eine oder die andere Disciplin ex professo verstunden; und die übrigen alle begehrten den Gelehrten nicht ins Handwerck zu fallen.
XIX. Da konte man nun wohl sagen: Mundus Exigua Sapientia Regitur: Und wer nur ein wenig fleißig war, der hatte Zeit genung, eine iedwede Wissenschaft in einer Systematischen Methode mehr als einmahl durchzugehen.
XX. Aber seit ohngesehr funffzig Jahren, ist erstlich die Anzahl der gelehrten Wissenschaften gar sehr vermehret worden, daß man die Professiones auf Universitäten zum wenigsten dupliren müste, wenn eine iedwede Disciplin besonders solte dociret werden.
XXI. Darnach hat eine jede Wissenschafft so viel Zusatz bekommen, daß die alten Physici, Mathematici, undHistorici, wenn sie heute wieder aufstünden, und alle ihre Weisheit wieder mit sich brächten, nur vor schlechte Anfänger paßiren würden.
XXII. Ferner haben sich die Unterthanen in dem Reiche der Gelehrsamkeit dermassen vermehret, daß es aniezto allenthalben von gelehrten Leuten wimmelt: Daher es auch kommen ist, daß viel geringe Wissenschaften, die man sonst den Mechanicis überlassen hat, nunmehro von Literatis getrieben werden.
XXIII. Und endlich führet das ietzige Seculum eine solche Curiosität bey sich, daß ein iedweder alles oder doch zum wenigsten von allem etwas wissen will.
XXIV. So viel Lehr-begierige Leute nun konten zu ihrem Zwecke nicht gelangen, so lange die Lateinische Sprache das Monopolium hatte, daß sie allein mit gelehrten Sachen handeln durffte.
XXV. Es haben demnach die Deutschen, nach dem Exempel andrer Nationen nicht geruhet, biß nunmehro fast alle Wissenschafften in die Mutter-Sprache dieser cultivirten Nation sind übersetzet worden.
XXVI. Darnach war ihnen die Systematische Methode viel zu weitläufftig, zu langweilig und zu verdrießlich: Sonderlich um dieselbe Zeit, da man den Kern der wahren Weißheit nicht zu kosten kriegte, wenn man nicht vorhero die Methaphysischen Schalen, darinnen sie verborgen lag, mit Kopff-brechender Arbeit aufgemachet hatte.
XXVII. Es wurden aber auch diese Seile endlich zerrissen, und nachdem es keine Busse mehr trug, wenn man gleich eine Materie nicht per quatuor causas zu Marckte brachte, so wurden allerhand Lehr-Arten, und darunter auch diese sogenannte Alphabetische Methode an ein und der andern Wissenschafft propiret.
XXVIII. Es fand aber solche nicht allein bey vielen approbation, sondern nachdem in Franckreich, Engelland und Holland allerley Geographische, Historische, Mathematische, Architectonische, Militärische, und andere Wörter-Bücher heraus kommen waren: so fing man an zu wünschen, ein Lexicon Uniersale zu haben, darin man alles beysammen hätte, was man gerne wissen wolte.
XXIX. Zwar ein rechtes allgemeines Dictionarium, darin man alle Weißheit von der Welt nachschlagen könnte, wird vor dem Ende der Welt wohl nicht zum Vorscheine kommen; und wenns auch käme, so würde es doch mit seiner Größe und mit seiner Kostbarkeit mehr beschwerlich als bequem seyn.
XXX. Aber ein solches Wörter-Buch zusammen zu tragen, welches aus vielen Wissenschaften zusammen gesetzet ist, und also auch viele Menschen zugleich in ihrer curiosität vergnügen kan: Das wird nunmehro wohl niemand vor unmöglich halten, nachdem dergleichen in Lateinischer, Frantzösischer, und Deutscher Sprache in allen Buchläden liegen.
XXXI. In dergleichen Absehen nun, sind auch die Herren Verleger, auf deren Verlangen ich aniezto diese Vorrede schreibe, darauf bedacht gewesen, wie sie der lehrbegierigen Welt mit einem Realen Lexico dienen möchten, daß bey seiner mittelmäßigen mensur nicht zu wenig und auch nicht zu viel in sich hielte.
XXXII. Der erste Theil ward ein Reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon genannt, von dessen eigentlichen Inhalt und Absicht, ich bey allen fünff Auflagen, treuliche und aufrichtige Nachricht ertheilet habe. Ob auch gleich der Neid und die Mißgunst den Lauf desselben hemmen wollen, so haben doch die Verläumder nur Schande, und das Buch desto mehr Liebe davon getragen.
XXXIII, Aniezto folget nunmehro der andre Theil davon, welcher den Titel eines curieusen Natur- Kunst- Gewerck- und Handlungs-Lexici führet; davon ich einem jedweden, der sich um dessen Innhalt bekümmert, mit nachfolgender kurzen, aber mit der Sache selbst übereinkommenden Nachricht dienen will.
XXXIV. Weil man in dem ersten Theile hauptsächlich auf die Politische Beschaffenheit der Welt gesehen hat, so ist man in diesem andern Theile bemühet gewesen, die Ausmeublirung dieses großen Gebäudes, welches theils von der Natur, theils von der Kunst herrühret, in fast unzehligen kleinen Beschreibungen vorzustellen.
XXXV. Man trifft dannenhero, in diesem andern Theile dasjenige an, was die Mutter aller Dinge, das ist die gütige Natur, in ihrem vegetabilischen, in ihrem mineralischen, und in ihrem animalischen Reiche, gleichsam in Vorrathe hat.
XXXVI. Absonderlich ist großer Fleiß angewendet worden, daß auch die kleine Welt, das ist der Mensch, so möchte beschrieben werden, daß man die Wörter, dardurch die Kräffte, Würckungen und Passionen seiner Seelen, ingleichen die Glieder, Zufälle und Kranckheiten seines Leibes, exprimiret werden, recht gründlich verstehen möge.
XXXVII. Es sind zu dem Ende aus denen bekannten Philosophischen und Medicinischen Disciplinen, insonderheit aus der Physica, aus der Botanica, aus der Anatomie, aus der Chymie, aus der Chirurgie, und Apotheker-Kunst, alle Termini Technici, auch sogar die Characteres, zusammen gesuchet worden.
XXXVIII. Man hat ferner aus den mathematischen Wissenschafften, besonders aus der Astronomie, aus der Geometrie, aus der Architectur, in specie was zum Festungs- und Schiffs-Bau gehöret , vieles entlehnet, und mit umständlichen Beschreibungen gleichsam abgemahlet.
XXXIX. Weil auch die Musik und die Poesie, viel Kunst-Wörter bey sich führen, davon man ohne Schande kein Ignorante seyn kan, so sind auch dieselben an gehörigem Orte nicht Vergessen worden.
XL. Ja man hat auch die Ritterlichen Exercitia nicht übergangen, sondern man findet alles darinnen beschrieben, was zum Tantzen, Fechten, Reiten, Trechiren, Voltigiren, Fahnen-Schwingen, und dergleichen Ubungen des Leibes gehöret.
XLI. Einen großen Theil des Buches machen auch diejenigen Wörter aus, welche in Bergwercks-Sachen, bey der Jägerei, bey der Fischerey, bey der Gärtnerey, und bey andern Künsten und kunstmäßigen Professionen täglich vorkommen.
XLII. Insonderheit ist das Commercien-Wesen, was zur Kauffmannschafft, Buchhaltern, Wechsel-Sachen, und dergleichen gehöret, so sorgfältig zusammen getragen worden, daß man auch so gar die Juristischen Terminos nicht vergessen hat, die einem Kauffmanne zu wissen nöthig sind, wenn in verworrnen Händeln bißweilen der Richter muß zu Hülffe gerufen werden. Es sind auch die vornehmsten Handels-Städte berühret, und besonders angezeiget worden, wie an solchen von einem Ort zum andern die Wechsel-Course eingerichtet werden.
XLIII. Endlich weil es öfters auch den gelehrtesten Leuten an nöthiger Wissenschafft von Zünfften und Handwerckern, mit denen sie doch im Bürgerlichen Leben fast täglich umzugehen haben, ermangelt, auch denen Ungelehrten etwas davon zu wissen höchst nützlich ist; so hat man in dem Anhange nicht nur kurtze und deutliche Beschreibungen von Handwerckern, ihrem Werckzeuge, unterschiedlichen Arten ihrer Arbeit und Meisterstücke, sondern auch andere bey ihnen vorkommende Terminos Technicos einzurücken vor nöthig erachtet; wobey auch angehenget worden, was währenden Druck, von andern Wissenschafften beygefallen ist.
XLIV. Wer dieses alles, was ich mit grosser menage der Worte specificiret habe, ein wenig übersiehet, der wird sich wohl nunmehro über den Titul; Natur- Kunst- Gewerck-und Handlungslexicon, ohne mein Zuthun von sich selbst eine Auslegung machen können.
XLV. Man wird aber auch zu gleicher Zeit gar leicht ermessen, daß dieses mühsame und aus so vielen Wissenschafften zusammen gesetzte Werck nicht eines Menschen Arbeit ist. Wie ich dann in der Wahrheit versichern kan, daß unterschiedene geschickte Leute allbereit etliche Jahre darüber gesammlet, und von einer jedweden Scienz die besten Autores zu Rathe gezogen haben.
XLVI. Die Nahmen derselben alle zu publiciren, habe ich keine Ordre: das aber kan ich wohl bekannt machen, daß der berühmte Herr Paul Jacob Marperger, vornehmes Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschafften in Berlin, ein grosses darzu contribuiret hat.
XLVII. Ein mehrers will ich zur recommendation eines Buches, das sich schon selber recommendiren wird, nicht anführen: Wer das Werck selber durchblättern wird, der wird mir nachsagen, daß ich von seinem innerlichen Werthe nicht zu viel, aber wohl zu wenig geschrieben habe.
XLVIII. Solte denen Herren Autoribus da oder dort etwas menschliches begegnet seyn, so wird um freundliche Nachricht an die Verlegere zu ertheilen gebethen, welche man nicht allein zur Verbesserung des Werckes anwenden, sondern auch mit gebührenden Dancke erkennen wird.
XLIX. Ich schliesse mit dem wohlgemeinten Wunsche, daß GOTT den alten Herrn Johann Friedrich Gleditsch und dessen noch lebenden eintzigen Sohn, Herrn Johann Gottlieb Gleditsch, lange Zeit in gewünschten Vergnügen erhalten wolle, damit wir durch ihren Verlag dem Publico zum besten, noch manch gelehrtes und nützliches Buch ans Licht gestelltt sehen mögen.
Geschrieben zu Hamburg, an Ostern 1712.
Vorbericht des Verlegers von dieser sechsten Auflage.
Nachdem die fünffte Auflage dieses Realen Natur- Kunst- und Handlungs-Lexici eben so geschwinden Abgang, als die vorhergehenden gefunden, und dadurch klärlich zu erkennen gegeben worden, daß dieses Werck die Natur- und Kunst- Begierigen beständig vergnüge: So hat der Verleger davon etwas dem Publico nicht unangenehmes zu thun vermeynet, wenn er sich nunmehro auch die sechste Auflage zu unternehmen entschliesse. Da mit aber solches mit grösserm Nutzen und Vergnügen derer Abnehmer geschehe, hat man sich nicht verdriessen lassen, auch dieses mahl das ganze Werck durch ein gelehrtes Subjectum revidiren, wo es vor nöthig erachtet worden, verbessern, und sonderlich in physicis und medicis um ein ansehnliches vermehren zu lassen; da es sich denn gefüget, daß bey dieser Gelegenheit nicht nur verschiedene gantze Articul, so in den vorigen Ausgaben sich gedoppelt mit öffters nur wenig veränderten Worten befunden, als überflüßig, weggelassen, die Alphabetische Ordnung, welche hier und dar verwirret gewesen, wieder hergestellet, sondern auch vieles nach eitelem Aberglauben schmeckendes geändert, und überhaupt alles nach den neuesten und besten Principiis Philosophicis eingerichtet worden: Wannenhero denn abermahl etliche hundert neue Articul eingerückt werden können, so, daß wohl wenig in denen auf dem Titel-Blatte nahmhafft gemachten Wissenschafften und Künsten vorkommen möchte, welches nicht in dieser sechsten Auflage solte zu finden und erkläret worden seyn. Daferne aber ein Liebhaber der Bergwercke, Jägerey und derer zu der Oeconomie gehörigen Stücke in gegenwärtigem Natur-Lexico nicht alles das, was seine Curiosität vergnügen, oder ihn in der Wirthschafft hinlänglich unterrichten konte, vollständig genug beschrieben finden solte; so dienet demselben zu beliebiger Nachricht, daß ihm in solchen und vielen andern Dingen das Oeconomische Lexicon, welches in abgewichener Oster-Messe zum ersten mahl aus der Presse gekommen, sattsame Vergnügung geben werde. Ubrigens hat man den geneigten Leser hiermit freundlich ersuchen wollen, daß, wenn sich, ungeachtet allen möglichst angewandten Fleisses, einige Druck- oder andere Fehler eingeschlichen haben solten, er dieselbigen, wie nichts weniger, was sonst zu des Wercks Vermehrung dienen dürffte, anzumercken, und es nach Leipzig dem Verleger selbst, oder aber, da dieses nicht gefällig, es nur einem Buchhändler oder Buchbinder, es sey in einer Stadt Deutschlandes, in welcher es wolle, wissend zu machen, zu denen man sich williger Ubersendung versiehet, und alle Gegen-Freundschafft hinwiederum versichert.
Leipziger Michaelis
Messe 1731.
