Enzyklothek
Cover für Encyclopädie und Methodologie der Wissenschaften

Schaller, Karl August

Encyclopädie und Methodologie der Wissenschaften

Bearbeitet zum Gebrauch für angehende Studirende und solche Freunde der Wissenschaften, welche eine gelehrte Bildung empfangen haben
Magdeburg; Heinrichshofen 1812

Language

  • german

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Vorrede.

"Einer Rechtfertigung scheint es wohl zu bedürfen, wenn ich gerade zu einer Zeit eine Encyclopädie und Methodologie der Wissenschaften dem Publicum überreiche, in welcher deren mehrere hinter einander erschienen sind, zum Theil in der einen oder andern Absicht mit verdientem und empfangenem Beifall. Ich gebe deshalb meine Gründe, und überlasse die Beurtheilung ihres Werths ruhig der unbefangenen Kritik. — Durch Vorträge über Encyclopädie und Methodologie der Wissenschaften, wozu mich mehrere Jahre mein Beruf, später die besondere Bitte junger Studirender veranlaßte, wurde meine Aufmerksamkeit auch bis zu den letzten Jahren hin, auf neu erschienene Werke dieser Art hingezogen. Mit Dank für so manche Belehrung, die mir das Studium derselben gewährte, habe ich über einige mein Urtheil in dem einen oder andern kritischen Blatte ausgesprochen. Was ich aber bisher zum Theil an allen, zum Theil stückweise an den einzelnen mangelhaft, oder minder Beifallswerth fand, war folgendes: 1) Einige der im Ganzen vorzüglichen Werke dieser Art geben eine ideale Ansicht der Wissenschaften; allein so vielen Werth diese an sich haben mag, so erwartet man sie nicht in einer Encyclopädie der Wissenschaften, die vielmehr den realen gegenwärtigen Zustand derselben darstellen soll; 2) Mehrere derselben machen uns blos mit dem Formalen der einzelnen Wissenschaften, andere dagegen nur mit gewissen in ihre Sphäre gehörigen Materialien bekannt; allein mit dem ersten giebt man dem, der die Wissenschaft erst kennen lernen will, so gut als nichts, mit dem letztern allein wenigstens nicht den Begriff der Wissenschaft. — Die Aufgabe ist, beides in einer gewissen Verbindung darzustellen; 3) Mehrere derselben verwechseln die Foderungen, welche man an eine universale Encyclopädie macht, mit denen, die einer particulairen obliegen. So findet man z. B. in allg. Encyclopädien die philologischen Wissenschaften nach Wolf's particulairer Bearbeitung der Alterthumswissenschaft, die politischen nach Schlözer aufgeführt, wodurch Wiederholung, so wie unnatürliches Zerreißen des Zusammengehörigen und Verbindung des Fremdartigen nothwendig erzeugt werden muß; 4) Allen diesen Schriften fehlt es an zweckmaßigen Angaben der Litteratur. Die zu Krug's Encyclopädie gehörigen litterärischen Hefte, sind in anderer Absicht schätzbar, entbehren aber durch das Zuviel, was gegeben wird, und durch die Mischung des Mittelmäßigen mit dem Guten einer hinlänglichen Zweckmäßigkeit für eine Encyclopädie. 5) Den Meisten fehlt eine kurze Skizze der Geschichte der Wissenschaft, allen eine Hinweisung auf die Seiten derselben, für welche Kraft und Fleiß sich noch besondere Verdienste zu erwerben vermöchten. — Diesen Mängeln, so weit es meine Kräfte erlauben möchten, abzuhelfen, war wenigstens mein Wunsch. Wie viel dazwischen liegt, gewisse Lücken die man bemerkte, auch auszufüllen, hatte ich allerdings mehr als jemals erfahren können, wenn ich unbescheiden genug gewesen wäre, dies mir zuzutrauen. Wenn ich aber auch nur etwas dazu beigetragen habe, dieses Geschäft andern zu erleichtern und bis dahin diese Schrift dem jungen Studirenden, der eben ein einzelnes Glied aus der großen Kette der Wissenschaften herausgreifen soll, mit diesem Gliede und mit den verbindenden bekannter macht; wenn sie daneben Freunde der Wissenschaften, die ihr bürgerlicher Beruf zu sehr beschäftigt, als daß sie das Fortschreiten derselben schrittweise zu begleiten im Stande seyn sollten, mit den wichtigsten Resultaten bekannt macht, so werde ich es nicht bereuen, daß ich ihr Zeit und Arbeit gewidmet habe."
S. V - VIII.
S. III
VIII.
S. III-VIII.